Von Birken und Bergföhren

Über den braunen Riedwiesen liegen sanfte Nebelschwaden, und vereinzelt blinzelt ein Sonnenstrahl zwischen den Wolken hervor. Die hellen Birkenstämme heben sich markant von den dunkleren Nadelbäumen ab.

 

Das Ägeriried liegt südöstlich des Steinstoss in der Moorlandschaft Rothenthurm. Es umfasst den letzten primären Hochmoorwald auf der linken Biberseite und wird von der sanft mäandrierenden Biber im Osten und einer abrupten Torfstichkante im Westen begrenzt.

 

Die Torfstichkante zeugt von der bewegten Vergangenheit dieses Moorwaldjuwels. Während Jahrzehnten wurde im Ägeriried Torf gestochen. Heute verhindert der markante Niveauunterschied an der Torfstichkante den natürlichen Wasserzufluss in den Moorwald. Der Lebensraum Moor jedoch ist dringend auf Wasser angewiesen. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten kommen hier nur dank der nassen und nährstoffarmen Bedingungen vor. Wenn der Boden trockener und nährstoffreicher wird, werden diese Arten von konkurrenzstärkeren Tieren und Pflanzen verdrängt. So besteht der lichte Moorwald typischerweise aus Bergföhren und Birken. Wird der Boden jedoch trockener, werden diese durch Fichten verdrängt. Der wertvolle Lebensraum verliert still und leise seinen besonderen Reiz und seine grosse Bedeutung für die Artenvielfalt.

 

Wichtig ist daher, Moorlebensräume wo immer möglich in guter Qualität zu erhalten und zu schützen. Pro Natura und der Kanton Zug arbeiten im Ägeriried seit vielen Jahren zusammen mit Landwirten aus der Region an Massnahmen und Projekten zum Erhalt und zur Aufwertung des Moorwaldes und der angrenzenden Riedwiesen.